Fehler gehören zum Lernen dazu
In ihrer Werkstatt gibt es eine Wand, an die sich jedes Kind erinnert.
Sie wird die „Wand des Lernens“ genannt. Dort werden Projekte ausgestellt, die schiefgegangen sind – ein an der falschen Stelle gebohrtes Loch, ein gesprungenes Stück Holz oder ein zu kurz geschnittenes Werkstück.
„Es ist keine Wand des Scheiterns. Es ist eine Wand des Lernens. Jeder macht Fehler, und jeder Fehler lehrt uns etwas.“ Luke erzählt den Kindern oft, dass er selbst derjenige ist, dessen Projekte am häufigsten an der Wand hängen. Auf diese Weise werden Fehler zu nichts, wofür man sich schämen müsste, sondern zu einem natürlichen und wertvollen Teil des Lernprozesses.
Ein Ort, an dem Kinder wachsen
Im Laufe der Jahre hat Luke viele Kinder sich verändern sehen, doch ein Junge ist ihm besonders in Erinnerung geblieben.
Der Junge hatte erhebliche Lernschwierigkeiten, Englisch war seine Zweitsprache, und anfangs kommunizierte
er über ein iPad.
„Slöjd wurde zu seinem Glücksort. Man konnte buchstäblich beobachten, wie sein Selbstvertrauen von Woche zu Woche wuchs.“
Für Luke ist das der Beweis dafür, dass es bei Slöjd um weit mehr geht als nur darum, den Umgang mit Werkzeugen zu lernen.
„Kinder müssen den Stolz erleben, etwas aus eigener Kraft zu schaffen.“
Was im Unterricht jedoch am meisten gefeiert wird, ist nicht, wenn Kinder schneller mit einem Hobel oder einer Säge umgehen können. Es ist vielmehr, wenn sie besser damit umgehen lernen, ihre Gefühle zu kontrollieren, wenn etwas schiefgeht. Wenn ein Fehler nicht mehr zu Frustration oder Aufgeben führt, sondern das Kind stattdessen ruhig ein neues Stück Holz nimmt und es erneut versucht.
„Dann sehen wir echtes Wachstum“, sagt Luke.